Auszug aus der Neuerscheinung Die erfolgreiche Kanzlei von Dr. Jürgen Platz

Buchcover Die erfolgreiche Kanzlei von Dr. Jürgen Platz

Leistungsangebote – Unternehmensnachfolge

Sicherung von Vermögen und Zukunft eines Unternehmens

I. Ausgangssituation

Inhaber/Eigner von kleinen und mittleren Unternehmen – KMU – stehen mitunter oder eines schlechten Tages vor der Frage der unternehmerischen Nachfolge. Es ist deshalb richtig und wichtig, sich darauf gezielt vorzubereiten, bevor die Frage sich wirklich aktuell stellt.

Laut Hochrechnung des Instituts für Mittelstandsforschungen in Bonn wurden im Jahre 2005 von den rd. 71.000 kleinen und mittleren Unternehmen, die in Deutschland zur Nachfolge anstanden, 5.900 Betriebe stillgelegt, da kein Nachfolger gefunden werden konnte. Dies bedeutete einen Verlust von ca. 33.500 Arbeitsplätzen.

Die rechtzeitige Nachfolgeplanung für ein Unternehmen, möglichst schon ab dem 55. Lebensjahr, ist daher für alle beteiligten Kreise von großem Interesse. Hinzu kommt, dass es sich um einen überaus komplexen Themenkreis handelt, dessen Bewältigung nicht ohne gewissenhafte und gründliche Planung und Vorbereitung zu erreichen ist.

Die Erfahrung zeigt, dass die Unternehmensnachfolge in zwei große Komplexe zu unterteilen ist, einen rationalen und einen emotionalen.

Rationale Aspekte

  1. Der richtige Zeitpunkt (eher früher als später)
  2. konkrete Lebensplanung ermitteln und Absichten festlegen
  3. Arbeitskonzept mit Planung mit Abschnitten
  4. Wertfindung
  5. Rechtliche Konstruktion: Verkauf, Einbringung, Fusion, Sozietätsgründung usw.
  6. Steuerliche Gestaltung
  7. Inwieweit kann ich die Unternehmensübertragung als Altersvorsorge nutzen?
  8. Weitere Unternehmensplanung

Emotionale Aspekte

  1. Der richtige Zeitpunkt (am liebsten niemals)
  2. Die emotionale Bereitschaft des Übergebers, das Lebenswerk in andere Hände zu übergeben
  3. Welcher Nachfolger kommt in Frage? Ist die favorisierte Lösung, beispielsweise das eigene Kind zum Nachfolger zu machen, wirklich auch die Beste?

Um den Untergang eines Unternehmens zu vermeiden, sollte der Inhaber durch Tod oder Krankheit ausscheiden, sind zudem zahlreiche vorsorgliche Maßnahmen zu treffen.
Eine geordnete Unternehmensnachfolge und die Notfallakte haben auch Auswirkungen auf das Bankenrating; sind sie nicht geregelt, werden im Rating-Verfahren weniger Punkte vergeben.

II. Ansatz

Wir bieten die umfassende Planung, Gestaltung und Umsetzung Ihrer Unternehmensnachfolge aus einer Hand. Zu diesem Zweck verfügen wir über ein Netzwerk kompetenter Partner für alle oben aufgeführten Fragestellungen. Gern arbeiten wir aber auch mit Ihren vorhandenen Beratern zusammen.

Bei unseren Nachfolgeplanungen versuchen wir immer, alle Interessengruppen (z.B. Übergeber, Nachfolger, Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten sowie Kapitalgeber) zu berücksichtigen.

III. Ziel

Ziel unserer Nachfolgeberatung ist es, die möglichst reibungslose Übergabe Ihres Unternehmens sowie dessen erfolgreiches Weiterbestehen zu erreichen. Vorrangig ist typischerweise die Erhaltung und Fortführung des Unternehmens als Einheit. Eine „Zersplitterung“ ist zu vermeiden.

Dazu soll das Unternehmen oder die Gesellschaftsbeteiligung auf den oder die geeigneten Nachfolger übergehen. Außerdem soll der Familienfriede auf lange Zeit gesichert, d. h. insbesondere die (unmittelbare) Familie angemessen versorgt werden. Der Finanzbedarf für die Erbschaftsteuer und etwaige Abfindungen ist möglichst sicherzustellen.

Durch unseren integrativen und interdisziplinären Ansatz sollen ferner die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit beibehalten und ausgebaut und die Arbeitsplätze gesichert werden.

IV. Vorgehensweise

  1. Analyse des Unternehmens als Ganzes, nicht nur des reinen Zahlenmaterials
  2. Abstimmung mit der Lebensplanung des Übergebers
  3. Konzeption einer Nachfolgestrategie
  4. Unternehmensbewertung
  5. Suche eines geeigneten Nachfolgers
  6. Rechtliche Gestaltung (z.B. Gesellschaftsvertrag und Testament aufeinander abstimmen)
  7. Steuerliche Gestaltung
  8. Finanzierungsplanung und -beschaffung
  9. Zukunftsplanung des Unternehmens
  10. Umsetzung der Nachfolge

V. Wichtige Voraussetzungen

  • Abgrenzung und Balance zwischen unternehmerischem und privatem Vermögen
  • Die Absicherung des Lebenspartners und der Kinder
  • Anlage einer Notfallakte, in welche die Dokumente und Informationen des Unternehmens aufzunehmen sind, vgl. Checkliste Anlage 1.

Zusammenfassung
Ziele und Risiken einer Unternehmensnachfolgegestaltung

Vorrangige Zielsetzung einer Nachfolgeplanung ist typischerweise die Erhaltung und Fortführung des Unternehmens. Eine „Zersplitterung“ des Unternehmens bzw. der Unternehmensbeteiligung ist zu vermeiden. Dazu soll das Unternehmen oder die Gesellschaftsbeteiligung auf den oder die geeigneten Nachfolger übergehen. Außerdem soll der Familienfriede auf lange Zeit gesichert, d. h. insbesondere die (unmittelbare) Familie angemessen versorgt werden. Der Finanzbedarf für die Erbschaftsteuer und etwaige Abfindungen ist möglichst sicherzustellen.

Empfehlungen für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolgegestaltung

  1. Wertgutachten einholen zur Feststellung des Ist-Zustandes/Unternehmenswertes
  2. Rechtsform überprüfen
  3. Gesellschaftsvertrag und Testament aufeinander abstimmen
  4. Erbengemeinschaft möglichst vermeiden
  5. Faire Ausstiegsmöglichkeit schaffen
  6. Steuerliche Aspekte prüfen

Weiterer Stufenplan für die Unternehmensnachfolge:

  • Abgrenzung und Balance zwischen unternehmerischem und privatem Vermögen
  • Die Absicherung des Lebenspartners und der Kinder
  • Anlage einer Notfallakte, in welche die Dokumente und Informationen des Unternehmens aufzunehmen sind, vgl. Checkliste Anlage 1.

Eine geordnete Unternehmensnachfolge hat auch Auswirkungen auf das Bankenrating; ist sie nicht geregelt, werden im Rating-Verfahren weniger Punkte vergeben.

Hier und jetzt soll nicht näher eingegangen werden auf die juristischen Grundlagen (Testament, Erbvertrag, Vermächtnis, gesellschaftsrechtliche Nachfolgeklauseln, Betriebsaufspaltung, Schenkung von Todes wegen, lebzeitige Schenkung, gemischte Schenkung, Schenkung unter Nießbrauchsvorbehalt, Pflichtteil etc.) einer kompletten Unternehmensnachfolgegestaltung

Der bei dieser Komplexität erforderliche Beratungsaufwand ist allein aufgrund der zahllosen Variationsmöglichkeiten immens. Die Unternehmensnachfolgegestaltung kann regelmäßig nur mithilfe eines oder mehrerer fachlich versierter und erfahrener Berater erfolgen, die sich gegebenenfalls ergänzen.
Zahlreiche Gestaltungsmodelle sind zu diskutieren und müssen für den konkreten Einzelfall auf ihre Eignung überprüft werden. Familiengesellschaften, Grundbesitzgesellschaften, Familienholdings, Betriebsverpachtungen, Mitarbeiterbeteiligungen, Unternehmensveräußerung und unternehmensverbundene Stiftungen sind hier wesentliche Stichworte.